Der in Berlin und Radolfzell lebende Künstler Markus Daum arbeitet in Zyklen. Dabei umkreist er immer wieder die menschliche Existenz mit ihren Licht- und Schatten- seiten. In seinen Figuren und Körperfragmenten wie Kopf, Hand und Fuß, geht es ihm stets um den Menschen als Ganzes, sein Fühlen, Denken und Handeln.
Formfindung ist bei Markus Daum mit der Entdeckung von Aspekten des Mensch- lichen verbunden. Seine in Eisenguss geschaffenen Plastiken wirken durch ihre schrundige Oberfläche und die Expressivität ihrer rostroten Farbe und lassen den Betrachter über die Verletzlichkeit des Menschen und die Endlichkeit seiner Existenz nachdenken. Die konsequente Mehransichtigkeit der plastischen Arbeiten setzt Markus Daum in seinem grafischen Werk – Tusche-, Graphit- und Ölkreidezeich- nungen sowie Collagen – durch stete Überarbeitungen der einzelnen Blätter um. Ob Plastik oder Zeichnung, sein Blick auf den Menschen ist immer dramatisch, niemals pathetisch.
Das Arbeiten in Zyklen ist für Markus Daum keine rein technische Angelegenheit. Im Zyklus löst sich für Daum der Kreislauf von Werden und Vergehen ein, mit dem sich der Künstler seit Jahrzehnten befasst. Anschaulich wird dies in seiner Auseinander- setzung mit dem menschlichen Körper, den er sowohl bildhauerisch als auch grafisch darstellt. Gut 400 Blätter umfasst sein grafisches Werk, der erste Radierungszyklus entstand bereits gegen Ende seines Studiums, das er zuerst an der Akademie in Stuttgart bei Alfred Hrdlicka und dann in Berlin bei Rolf Szymanski absolvierte. Seitdem ist die Radierung ein notwendiges Gegenstück zu seiner bildhauerischen Arbeit. Wie die Bildhauerei verlangt auch die Radierung ein sukzessives Arbeiten, das sich über viele einzelne Schritte allmählich entwickelt. Daum beendet diesen Prozess selbst, indem er auf seiner eigenen Presse die Radierungen druckt. Markus Daum arbeitet sich an seinen Themen und Motiven ab, bis sie sich für ihn erschöpft haben. Doch das kann dauern. Der Zyklus „Im nebenher von allem“ besteht aus 63 Einzelarbeiten. Trotz der geschlossenen Struktur des Zyklus interessiert Markus Daum das Fragmentarische, die Andeutung. Der Betrachter wird eingebunden in den Prozess des Vervollständigens, liest selbst die Spuren der Zeit, die der Künstler festgehalten hat und ergänzt sie, hält sie am Leben.

Markus Daum
1959
1979-81
1982-86

1986-90
1992
geboren in Säckingen
Steinmetz- und Steinbildhauerlehre
Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden
Künste in Stuttgart bei Prof. Alfred Hrdlicka
Studium der Bildhauerei an der Hochschule der Künste Berlin bei Prof. Rolf Szymanski
Villa Serpentara Stipendium der Akademie der Künste Berlin in Olevano/Romano
lebt und arbeitet in Radolfzell am Bodensee und in Berlin
www.daum-markus.de
Einzelausstellungen (Auswahl)
1985
1986
1990
1992
1993
1994

1995

1996
1997
1998


2000

2001
2002

2003





2004

2005


2007

2008

2010
2011

2012

Zehntscheuer Rottenburg, Kunstverein
Augustinermuseum Freiburg i. Br.
Städt. Museum Engen + Galerie
Galerie Schmücking, Basel
Galerie Schmücking, Braunschweig
Städtische Museen Heilbronn
Galerie Schmücking, Basel
Städtische Galerie Cavazzen, Lindau
Städtisches Kunstmuseum Singen
Kunstverein Konstanz, Wessenberghaus
B-W Bank Stuttgart, Singen
Galerie Parterre, Berlin
Otto-Galerie, München
Galerie Sebastianskapelle, Ulm
Kunstverein Marburg
Galerie Schmücking, Braunschweig
Otto-Galerie, München
Städtisches Kunstmuseum Singen
„2002 Kreuze“, Christuskirche Heilbronn
Kunstmuseum Kloster Unser Liebe Frauen, Magdeburg
Kunsthalle Wil/Schweiz
Galerie Beelte-Preyer, Münster
MADAJASI, Ausstellungsprojekt in Verbindung mit dem Goethe-Institut,
CANTIERI CULTURALI ALLA ZISA, Palermo/Italien
Galerie Beelte-Preyer, ART COLOGNE/Köln Skulptur, Einzelpräsentation
„Corpus relicti“, Jagsthausen, Götzenburg
Galerie Veronika Kautsch, Michelstadt (mit Max Hari)
ART Karlsruhe, Galerie Beelte-Preyer, Einzelpräsentation
Galerie ART HOUSE, Bregenz/Österreich
Stiftung Josef Gnädinger, CH-Ramsen
„IN ZWISCHEN I“, Kunstverein Radolfzell, Städtische Galerie Villa Bosch
Galerie Veronika Kautsch, Michelstadt (mit Madeline Denaro)
„IN ZWISCHEN II“, Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft, Freiburg i. Br.
Kapuzinerkloster Radolfzell
Galerie ART House, Bregenz/Österreich
Galerie am Klostersee, Kloster Lehnin
Galerie Markt Bruckmühl
Museum und Galerie in der Lände, Kressbronn

Angaben zu Arbeiten in öffentlichen Sammlungen sowie zu Bibliographien siehe unter www.daum-markus.de