Vierstimmig:
"Apparativ – neue kinetische Objekte"
Ausstellung vom 15. November - 13. Dezember 2020
Vierstimmig: "Apparativ – neue kinetische Objekte"

Junge Künstler beschäftigen sich mit Bewegungs- und Veränderungsprozessen, die sie mit Hilfe speziell dafür erschaffener Apparaturen herstellen und untersuchen. So nutzen sie mechatronische Geräte, die mit ihrer Umwelt interagieren, sie isolieren technische oder natürliche Prozesse und machen sie dadurch erst sichtbar. Und sie zeigen diese Apparate und Versuchsanordnungen, deren Funktion sich nicht in einer trivialen Nutzbarkeit erschöpft, und die dadurch vielschichtig und mehrdeutig erfahrbar werden.
Manchmal regen diese Objekte zum tieferen Nachdenken über aktuelle Entwicklungen unserer Welt an oder erwecken philosophische Höhenflüge – und bringen den Betrachter dann mit einem Augenzwinkern auf den Boden der Tatsachen zurück. Immer sind sie aber ästhetische Statements zur Kultur der Gegenwart.
Die Objekte aus den Ateliers junger Künstler erzählen von der Beschäftigung mit aktuellen Bewegungen unserer Welt und von gegenwärtigen Mechanisierungs-, Digitalisierungs- und Biologisierungsideen. Ihre kinetischen Arbeiten sind gleichzeitig technisch und lebendig, maschinell und inspiriert. Und sie verändern ihre Umwelt.

Die Positionen folgender Künstler werden in der Ausstellung vertreten sein:

Christian Döller, Leipzig, arbeitet häufig mit dem Medium Licht. Seine Apparaturen erschaffen eigene Realitäten. Über Prozesse der Vervielfältigung werden unter anderem platonische Körper in die Welt gebracht und damit der „nichtidealen“ Wirklichkeit und der Deformation ausgesetzt. Mediale Übersetzung und Repräsentation sind Mittel seiner Werke.

Thimo Franke, Düsseldorf, überlässt technische und kulturelle Objekte der Natur. In künstlich angelegten Enviroments werden Gegenstände unserer Umgebung Teil pflanzlicher Wachstumsprozesse, erhalten neue Formen und Farben und entledigen sich ihrer traditionell festgelegten Funktionen.

Fabian Lehmann, Leipzig, zeigt die Installation „66 mio views“, die er zusammen mit Yannick Harter im Medienkunstkollektiv „This is Fake“ geschaffen hat. Die Installation arbeitet mit VR, in „virtueller Realtität“ erleben wir die Wirkung digitaler Informationsüberflutung, die uns sowohl positiv als auch negativ emotionalisieren kann – übersetzt in bewegte Bilder, in Worte und Klänge.

Paul Schwaderer, Düsseldorf, zeigt kinetische Objekte, die Bewegungen auf subtile Weise in ästhetische Formen bringen und unsere alltägliche Wahrnehmung hinterfragen. Als Betrachter werden wir herausgefordert, uns Gedanken über die Umgebung und die Bedingungen unserer Realität zu machen.