Bergwelten –
Fotografie von Peter Mathis
Ausstellung vom 26. Januar - 1. März 2020
Bergwelten – Fotografie von Peter Mathis

1961 geboren, lebt in Hohenems in Österreich. Seine internationalen Aufträge führen ihn regelmäßig an die unterschiedlichsten Orte auf der ganzen Welt. 2007 wurde ihm in Schweden der Titel eines Hasselblad Masters verliehen und 2008 folgte die Auszeichnung zum Master of European Photography durch die Vereinigung der Europäischen Berufsfotografen in Belgien. Peter Mathis wurde vom Kletterer und Alpinisten zum Sportfotografen, vom Bergchronisten zu einem sehr genauen Natur- und Landschaftsbeobachter.

Unabhängig von der Bildgattung spielt für Peter Mathis die Authentizität seiner Arbeit eine herausragende Rolle. Zu seinen wesentlichen Gestaltungselementen gehören Licht und Bildaufbau. Dabei geht es darum, das vom Motiv vorgegebene Licht so optimal wie möglich einzusetzen, damit es der Gestaltung dienen kann. Ein Bild ist daher nicht einfach die Reproduktion eines Motivs, sondern wird mit der Kamera vor Ort erarbeitet. Die Simulation künstlicher Lichtstimmungen oder Bewegungen am Computer, die physikalisch nicht nachvollziehbar sind, lehnt er entschieden ab. Sein Interesse gilt der „wahren“ Natur, also der, die wir tatsächlich erleben können und keinem Artefakt.

In vielen seiner Arbeiten geht es darum, die Flüchtigkeit des entscheidenden Augenblicks zu erkennen und festzuhalten, wozu enorm viel Geduld und Erfahrung benötigt werden. Jede Art von Effekthascherei wird ganz bewusst vermieden.

In guten Bildern geht es daher nicht ums Abbilden oder Reproduzieren von Motiven, sondern darum, einen Deutungsspielraum zu schaffen, in dem der Betrachter das Dargestellte immer wieder auf neue Weise sehen und erleben kann. Durch den Einsatz der Mittel gelingt es dem Künstler, das Interesse am Bild wachzuhalten und immer wieder neu anzuregen. Man „ist nicht einfach fertig“ mit dem Motiv, sondern schaut immer wieder hin, weil dort etwas „in Bewegung“ ist. Irgendetwas lässt sich nicht einfach so festlegen auf einen Gegenstand, eine Tatsache oder ein Motiv.

Durch Komposition, Lichtgestaltung, Einsatz der Kontraste und viele weitere Aspekte entwickelt das Bild eine Art „Eigenleben“, das über das reine Motiv hinausgeht und eine begriffliche Festlegung verhindert. Dieses Lebendige ist es, was den Betrachter letztendlich fasziniert und ihn am Werk festhält. Es fordert ihn auf, das „Geheimnis“ zu lüften, das sich jedoch niemals in Worte fassen lässt. Es ist nur im Sehen zu erfahren.

Dr. Christiane Schmieger, Kunsthistorikerin