Vierstimmig: "fadenschein" –
textile Kunst
Ausstellung vom 28. Oktober - 02. Dezember 2018
Vierstimmig: "fadenschein" – textile Kunst

Nun schon zum vierten Mal zeigt die Lände in ihrer Reihe "vierstimmig" die Positionen von Künstlern der Gegenwart zu einem ganz eigenen Bereich des Kunstschaffens, nämlich der Verwendung textiler Materialien und ihrer Verarbeitung. Mit der Ausstellung "Fadenschein" werden höchst ungewöhnliche und auch gegensätzliche Formen präsentiert, mit Textilem, mit dem Faden umzugehen: Fäden spannen, mit ihnen weben, sticken oder knüpfen - alle diese traditionellen Verarbeitungsweisen werden von den Beteiligten ganz neu definiert und ihre bildnerischen Möglichkeiten individuell wahrgenommen und in die Sprache unserer Zeit übersetzt.

Viele Metaphern führen uns die (Be-)Deutung des Fadens schon seit der Antike vor Augen: Am dünnen Faden hängt das Damoklesschwert des Schicksals über dem Sterblichen, Ariadne versorgt Theseus mit dem Faden, der ihn aus dem Labyrinth bringen soll, die germanischen Schicksalsgöttinnen spinnen unseren Lebensfaden und schneiden ihn auch irgendwann ab, Penelope webt tagsüber den Teppich, zieht aber des Nachts die Fäden wieder heraus - und das sind nur einige Beispiele, wie der Faden im übertragenen Sinne gemeint sein kann. Der Faden und das Textile sind niemals nur einfach ein Werkstoff, immer ist damit auch Bedeutung verbunden und Interpretation möglich. Diese zu beleuchten und ihre Ästhetik zu entdecken, nicht im Sinne des Handwerks sondern als geistige Botschaft, ist Ziel der Ausstellung "Fadenschein - textile Kunst".

Folgende Künstlerinnen und Künstler zeigen ihre Werke:

Jochen Flinzer, Professor an der Hochschule der Künste in Nürnberg, stickt Bilder, die sowohl die Vorderseite als auch die Rückseite zeigen und sich damit an die Grenze der Gegenständlichkeit begeben.

Susanne Taras aus Potsdam webt große Ornamente und stellt sie frei, so dass sie in ihrer Präsenz und Farbigkeit eine starke sinnliche Wirkung entfalten.

Dorothee Schraube-Löffler, Künstlerin der Region, bleibt der reduzierten konkreten Form verbunden und erreicht in ihren Teppichen eine kühle aber distinguierte Eleganz.

Christoph Zwiener, Berliner Künstler, knüpft aus den Fäden transparente Installationen, die im Raum eine unwirkliche und flüchtige Form annehmen und dennoch Abbildhaftes materialisieren.

Für die Ausstellung in der Lände werden einige der Arbeiten neu und zum Teil einmalig erstellt.